ÖGS - Die ÖGS

Die ÖGS

Die Österreichische Gesellschaft für Sexualwissenschaften ist eine interdisziplinäre Plattform österreichischer Expert*innen, deren Ziel es ist, die Sexual- und Beziehungswissenschaften in Forschung, Lehre und Praxis zu fördern.

Die ÖGS beruft sich in ihrer Tätigkeit auf eine vielfach in Vergessenheit geratene sexualwissenschaftliche Tradition in Österreich. Ihre Wiederbelebung, Erforschung und Weiterentwicklung gehören zu den Grundanliegen der ÖGS.

Ihre Mitglieder sind Persönlichkeiten aus den Fachbereichen Sexualberatung und Sexualtherapie, Psychotherapie, Medizin, Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Rechtswissenschaften, Sozial- und Kulturwissenschaften, Theologie, Sozialarbeit, Pflegewissenschaften und andere.





Geschichte

Die ÖGS wurde 1979 von Prof. Dr. Ernest Borneman als "Österreichische Gesellschaft für Sexualforschung" gegründet; mit Beschluss der Generalversammlung vom 02.03.2015 in "Österreichische Gesellschaft für Sexualwissenschaften" umbenannt.

Aufgaben & Ziele

Forschung, Expertentum, Bildungsarbeit, Aufklärungsarbeit, Gesundheitsförderung, Förderung der Menschenrechte, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung. National wie international sowie interdisziplinär.

Unterstützen Sie die ÖGS

Die ÖGS lebt einerseits von Mitgliedern, die sich in der Sexualwissenschaft und -forschung, der Sexualbildung und -aufklärung, der Sexualtherapie und -beratung in den unterschiedlichen Disziplinen engagieren.
Andererseits lebt die ÖGS aber auch von Mitgliedern, denen eine emanzipatorische, angstabbauende und autonomiefördernde Sexualwissenschaft, Sexualbildung und -erziehung wichtige Anliegen sind.

Mitglied werden

Gedanken zur menschlichen Sexualität

Sexualität ist eine jedem Menschen mitgegeben Kraft. Diese äußert sich von Geburt an bis zum Tod. Sie zeigt sich unter vielen verschiedenen Ausdrucksformen: der Wunsch, in den Armen gehalten zu werden; jemanden küssen; geschmust werden; einander begehren; lustvoll genießen; Kinder zeugen und in die Welt setzen; sich gegenseitig Zuneigung und Anerkennung schenken; sich aneinander und am Leben freuen; sich mit Kraft und Eifer für etwas einsetzen…


Sexualität ist damit weit mehr als bloß Genitalität. Flirt, Verliebtsein, sexuelle Erregung, Schmusen, Liebkosen, ineinander Eindringen, Selbstbefriedigung…; all dies sind – neben vielen anderen Varianten – lebendige Zeichen und Ausdrucksformen der menschlichen Sexualität.


Sexualität ist eine Energie, die den ganzen Menschen betrifft und die in viele seiner Wünsche, Gedanken, Fantasien, Entscheidungen und Handlungen mit hineinspielt.


Jeder Mensch ist sowohl zu homo- als auch heteroerotischen Gefühlen fähig. Die entscheidenden Frage ist, welcher Anteil überwiegt. Dementsprechend spricht die Sexualforschung von der im jeweiligen Menschen veranlagten GeschlechtspartnerInnen-Orientierung.

Sexualität und Fortpflanzung können daher nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden. Sexualität ist eine biologische, psychische und sozial bestimmte Erlebnisdimension des Menschen. In der sexuellen Kommunikation geht es auch um psychosoziale Grundbedürfnisse nach Nähe, Angenommensein, Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Intimität, Liebe… In diesem Sinn hat der Beziehungsaspekt – zu mir selbst und anderen – in der Sexualität eine besondere Bedeutung.


Sexualität ist in einem ganzheitlichen Sinn zu verstehen: als eine wichtige Form menschlicher Kommunikation, als Körper- und Beziehungssprache, als lebendiger Zeichen und Ausdrucksform menschlicher Intimität und Liebesfähigkeit.


Heterosexualität und Homosexualität sind aus der Sicht der heutigen Sexualwissenschaften verschiedene Ausprägungen und somit gleichwertige Entwicklungsvarianten der einen vielgestaltigen menschlichen Sexualität.


Sexualität ist eine Kraft, die der Mensch mit seinen Gefühlen und mit seinem freien Willen in der Begegnung mit sich selbst und mit anderen gestalten lernen muss.