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Sexualität ist eine jedem
Menschen mitgegeben Kraft. Diese äußert sich von Geburt an bis zum Tod. Sie zeigt sich
unter vielen verschiedenen Ausdrucksformen: der Wunsch, in den Armen gehalten zu werden;
jemanden küssen; geschmust werden; einander begehren; lustvoll genießen; Kinder zeugen
und in die Welt setzen; sich gegenseitig Zuneigung und Anerkennung schenken; sich
aneinander und am Leben freuen; sich mit Kraft und Eifer für etwas einsetzen...
Sexualität ist damit weit mehr als bloß Genitalität. Flirt,
Verliebtsein, sexuelle Erregung, Schmusen, Liebkosen, ineinander Eindringen,
Selbstbefriedigung...; all dies sind neben vielen anderen Varianten
lebendige Zeichen und Ausdrucksformen der menschlichen Sexualität.
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Sexualität
und Fortpflanzung können daher nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden. Sexualität ist
eine biologische, psychische und sozial bestimmte Erlebnisdimension des Menschen. In der
sexuellen Kommunikation geht es auch um psychosoziale Grundbedürfnisse nach Nähe,
Angenommensein, Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit, Intimität, Liebe
In diesem
Sinn hat der Beziehungsaspekt zu mir selbst und anderen in der Sexualität
eine besondere Bedeutung.
Sexualität ist in einem ganzheitlichen Sinn zu verstehen: als eine wichtige Form
menschlicher Kommunikation, als Körper- und Beziehungssprache, als lebendiger Zeichen und
Ausdrucksform menschlicher Intimität und Liebesfähigkeit.
Sexualität ist eine Energie, die den ganzen Menschen betrifft und die in
viele seiner Wünsche, Gedanken, Fantasien, Entscheidungen und Handlungen mit
hineinspielt.
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Heterosexualität und Homosexualität sind aus der Sicht der heutigen Sexualwissenschaften
verschiedene Ausprägungen und somit gleichwertige Entwicklungsvarianten der einen
vielgestaltigen menschlichen Sexualität.
Jeder Mensch ist sowohl zu homo- als auch heteroerotischen Gefühlen
fähig. Die entscheidenden Frage ist, welcher Anteil überwiegt. Dementsprechend spricht
die Sexualforschung von der im jeweiligen Menschen veranlagten
GeschlechtspartnerInnen-Orientierung.
Sexualität ist eine
Kraft, die der Mensch mit seinen Gefühlen und mit seinem freien Willen in der Begegnung
mit sich selbst und mit anderen gestalten lernen muss.

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